Über mich

Es muss raus…

Eigentlich willst Du so wenig wie möglich davon hören… Du hast das Gefühl deine Hände sind gebunden und du kannst nichts dagegen tun. Trotzdem interessiert dich wie sich die Situation weiterentwickelt – schließlich hängt deine Leidenschaft, dein Beruf davon ab. 

Zuhause eingesperrt schaue ich jeden Morgen sehnsüchtig aus dem Fenster… wie toll es wäre, ein Blüten-Fotoshooting zu machen. Endlich meine Brautpaare zu treffen und ihre Hochzeiten zu besprechen. Als gäbe kein „hoffentlich“ sondern Sicherheit. Wieder nach Wien in die Innenstadt zu fahren, das launische Frühlingswetter genießen, nicht entscheiden zu können ob ich noch Winterjacke oder schon Lederjacke tragen soll. Am Donnerstag wieder zu meiner Familie zu fahren und meinen Geburstag zu feiern… sie nach Wochen wieder umarmen zu können.

Gemeinsam mit meinem Freund seine Familie in Italien besuchen zu können, so wie wir jeden Ostern bis jetzt gemacht haben. Rom, was für eine wundervolle Stadt…  

Stattdessen setzte ich mich rein aus Reflex jeden Tag zu meinem Schreibtisch und mache mir Arbeit… obwohl es keine gibt und keine geben sollte. Denn jetzt, müssen wir die Arbeit mal auf die Seite legen und akzeptieren. Akzeptieren, dass jetzt Dinge Vorrang haben, die wir nie im Leben kaufen können – unsere Gesundheit und die von unseren Mitmenschen. Ich bin Workaholic, aber sowas von! Aber ich liebe alles was ich mache, deshalb macht mir auch schwer was anderes Spaß. Dabei weiß ich nicht, wann ich das letzte Mal einfach irgendetwas nur zum Spaß gemacht habe, ohne irgendeinen Sinn. Vielleicht kennst Du das auch… wenn Du in allem nach einen Sinn suchst. Macht süchtig und manchmal fühlt man sich dadurch auch irgendwie „nutzlos“, wenn man etwas ohne ein greifbares Ziel macht. 

Leichter wäre es zu wissen, dass man mit diesem Gefühl nicht alleine ist. Deswegen schreibe ich hier meine Gefühle und wie ich damit umgehe, vielleicht geht es Dir genau so. 

Nach fast zwei Wochen Quarantäne sammelt sich vieles an. Wut, Dankbarkeit, Trauer, Hoffnung, Sorgen…. ein Mix aus gute und schlechte Gefühle. Heute musste ich daran denken, wie wir im Bodybalance Kurs ( Mix aus Yoga, Pilates und Thai-Chi) zum Schluss meditiert haben. Nur die Musik und meine Atemzüge. Ich spürte wie mein Körper lebt. Wie er atmet, so automatisch, so natürlich… etwas, was uns von unserem Geburt an bis zur letzten Sekunde unseres Lebens begleitet. Wahrscheinlich war ich noch nie so dankbar, wie in diesem Moment. Dankbar dafür, dass ich alles machen kann, worauf ich lust habe… ohne Schmerzen, ohne Beeinträchtigung, ohne Angst. Nur paar Wochen davor hatte ich einen schrecklichen Traum. Ich sah in einem Bett meinen Körper einfach leblos liegen. Der Grundgedanke war aber nicht, dass ich nicht mehr lebe. Sondern, dass ich einen zweiten Körper habe, den ich wechseln kann. Tagelang ging es mir schlecht, weil ich diesen Traum gebraucht habe um zu verstehen, dass ich KEINEN ZWEITEN KÖRPER HABE. Wenn ich auf diesen einen Körper nicht aufpasse, gibt es kein zurück. Klar, kann man nicht alles kontrollieren….aber ich werde ein Leben lang für alles was in meiner Macht steht kämpfen. 

Jetzt sitze ich hier und schreibe diese Sätze in der Hoffnung, mich endlich beruhigen zu können. Musik in meinen Ohren um in eine andere Welt flüchten zu können. Bleibt stark… wir schaffen das. 

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